Reicht Cargo iQ ausum Luftfracht zu überwachen?

Luftfracht ist deutlich mehr als das Versenden von Gütern in Flugzeugen über lange Strecken. Tatsächlich sind deine Sendungen insgesamt nur rund zehn Prozent der kompletten Reisezeit in der Luft. Die anderen 90 Prozent der Zeit werden sie zum oder vom Flughafen transportiert, abgefertigt, gelagert, ver- und entladen oder sie warten auf Genehmigungen oder den Zoll. Kurz: Die Luftfrachtsendungen warten deutlich länger auf dem Boden, als dass sie wirklich in der Luft sind.

Rückblick Definition Cargo iQ: Es gibt im Rahmen der herkömmlichen Transport- Sendungsverfolgung jedoch keine Möglichkeiten, sowohl den Flug als auch die Wartezeiten an verschiedenen Punkten zu überwachen. Daher hat die IATA eine Lösung namens Cargo iQ entwickelt. Die Plattform stellt sozusagen ein Enterprise Resource Planning-System (ERP-System) für die Welt der Luftfracht dar und erleichtert das Qualitätsmanagement.

Das kann Cargo iQ leisten

Die Plattform Cargo iQ digitalisiert die Kommunikation zwischen den verschiedenen Beteiligten der Luftfracht-Lieferkette, also:

  • Versendern
  • Flughäfen
  • Fluggesellschaften
  • Spediteuren
  • Kunden

Sie aktualisiert die Informationen von allen Beteiligten, sobald neue Daten eintreffen. Diese betreffen alle verschiedenen Schritte, etwa das Einchecken am Flughafen oder die Nachricht, dass die Sendung in das Flugzeug geladen wurde. Die Datenerfassung selbst ist allerdings nicht automatisiert, die Plattform dient nur als Speicher.

Vorteile von Cargo iQ

Dennoch handelt es sich um einen wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung der Luftfrachtwelt. Cargo iQ bringt also diverse Vorteile mit sich:

  • Alle Beteiligten (Versender, Flughäfen, Fluggesellschaften, Spediteure, Kunden) haben Einblick in dieselben Daten, sodass sie sich auf die jeweilige Situation einstellen können.
  • Alle Beteiligten können sich aktiv bei jeder Veränderung benachrichtigen lassen, was es ihnen erlaubt, rechtzeitig Korrekturen zu veranlassen.
  • Der Cargo iQ Master Operating Plan erlaubt eine Berichterstattung nach hohen Qualitätsstandards.
  • Der Datenschutz wird gewahrt, während gleichzeitig die Transparenz der betrieblichen Leistungen aller Beteiligten gefördert wird.
  • Sogenannte Meilensteine werden gemessen. Das sind kritische Punkte wie die Übergabe der Fracht vom Versender an den ersten Dienstleister, Abfahrts- und Ankunftspunkte, Punkte, an denen die Fracht empfangen und solche, an denen sie als bereit gemeldet wird, sowie Transport- und Auslieferungspunkte.
  • Das Portal dient in eingeschränktem Maße als weltweit einsetzbares „live“ Überwachungs- und Verfolgungstool.
  • Cargo iQ ermöglicht eine kontinuierliche Überprüfung der im Vorfeld geplanten Leistung im Vergleich zur tatsächlich erbrachten Leistung, was dem Qualitätsmanagement wichtige Hinweise liefert.

Das kann Cargo iQ nicht leisten

Cargo iQ ist aktuell eine sehr gute Möglichkeit, Qualitätsstandard weltweit aufrechtzuerhalten. Die beste Unterstützung für das Qualitätsmanagementsystem ist sie allerdings nicht – es gibt ausgefeiltere Technologien, die deutlich mehr Detailreichtum bieten. Das liegt zum Teil daran, dass die Datenerfassung nicht komplett automatisiert ist, sondern teilweise noch manuell erfolgt. Erfahrungswerte zeigen, dass die Zahl der Lücken und das Risiko für Fehler in der Erfassung und Verarbeitung von Daten umso höher ist, je mehr manuelle Eintragungen vorgenommen werden. Da Cargo iQ keine vollständig automatisierten Prozesse bietet, kann die Plattform die folgenden Punkte nicht leisten:

  • Cargo iQ fehlt die Fähigkeit, Daten in Echtzeit zu erfassen. Das bedeutet, dass du nie wirkliche Live-Informationen zu deinen versendeten Gütern erhältst.
  • Du bekommst keine verwertbaren Daten. Ohne diese kannst du aber keine flexiblen, spontanen und gleichzeitig fundierten Entscheidungen treffen. Die Daten, die du erhältst, werden immer im Nachhinein eingetragen. Für ein Eingreifen ist es dann zu spät.
  • Cargo iQ bietet keine durchgängige Sendungsverfolgung. Du erhältst von der ersten bis zur letzten Meile immer nur die Daten, die die einzelnen Dienstleister in der Lieferkette dir zu geben gewillt sind. Eine sinnvolle Nutzung ist auf diese Weise kaum möglich.
  • Du erhältst keine Informationen über den Zustand deiner Sendung. Das bedeutet, dass du nicht weißt, wie sie unterwegs behandelt worden ist und ob eventuell Beschädigungen vorliegen.
  • Auch eine Überwachung auf Packstückebene ist nicht möglich. Die Verfolgung ist nur auf die komplette Sendung beschränkt. Hier ergeben sich auf jeden Fall Datenlücken, wenn die Sendung in verschiedene Ladungen aufgeteilt und über verschiedene Fluggesellschaften geleitet werden. Die Verfolgung der Teilsendungen ist in diesem Falle nicht möglich.
  • Die Möglichkeit zur dynamischen Routenoptimierung wird durch Cargo iQ nicht unterstützt: Die Daten, die hier aufgenommen werden, reichen nicht aus, um schnelle Entscheidungen über Routen, angesteuerte Flughäfen etc. zu treffen.
  • Die Plattform bietet keine Analysemöglichkeiten. Im Gegensatz zu den neueren KI-gesteuerten Tools eröffnet sie also nicht die Möglichkeit, aus den gesammelten Daten für die Zukunft zu lernen.
  • Du bekommst durch die Daten keine Unterstützung bei deiner Bestandsverwaltung, weil essenzielle Daten fehlen. Ohne verlässliche Ankunftszeiten von Gütern oder Warnungen vor Fehlmengen kannst du nicht im Vorfeld planen.
  • Du hast nicht die Möglichkeit, Verspätungen zu verhindern: Da du die Daten nicht in Echtzeit erhältst, erfährst du von der Verspätung erst, wenn sie bereits eingetreten ist. Auch die Ursache dafür bleibt dir verborgen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Cargo iQ ein ziemlich gut konzipiertes System ist, das allerdings keine automatisierte Datenerfassung und auch keine Live-Analysen ermöglicht. Da diese für eine lückenlose Überwachung der Luftfrachtsendung in Echtzeit unabdingbar sind, reicht die Plattform allein nicht aus. Möchtest du also Frachtverfolgungssysteme wie Cargo iQ nutzen, benötigst du zusätzlich eine zuverlässige Luftfrachtüberwachungslösung, die dir belastbare Echtzeitdaten liefert.

Die ultimative Lösung ist immer individuell

Cargo iQ kann also einige Probleme bei der Überwachung der Luftfracht nicht lösen. Dafür gibt es inzwischen intelligente Lösungen, die das können und nicht einmal eine umfangreiche Infrastruktur benötigen. Wichtig ist, dass du alle Punkte bedenkst, die das System abdecken muss, um ein ISO-zertifiziertes QMS ideal zu unterstützen – es vereint Künstliche Intelligenz, Prozessautomatisierung und das Internet of Things in sich. Wichtig sind vor allem die folgenden Fähigkeiten:

  • Die Aktualisierungen des Standorts der Sendung in Echtzeit samt Informationen zur Sendungsverfolgung im Luftverkehr und beim An- und Weitertransport.
  • Die Überwachung des Zustands ist vor allem wichtig bei empfindlichen und vererblichen Sendungen wie Arznei- oder Lebensmitteln.
  • Präventive Warnungen erlauben dir sofortiges Eingreifen im Bedarfsfall.
  • Die automatisierte Datenerfassung schließt menschliche Fehler aus.
  • Die in Echtzeit erhaltenen Daten sind zuverlässig, überprüfbar und eindeutig identifizierbar.
  • Die Integration in dein bereits bestehendes ERP-System sollte unkompliziert möglich sein.
  • Das System sollte zur prädikativen Analytik fähig sein, sodass du Handlungsempfehlungen ableiten kannst

Mit einer On-Demand-Lösung kannst du deine Sendungen auch in der Luft im Auge behalten. Wird die Internetverbindung dabei unterbrochen, zeichnen die Sensoren trotzdem weiterhin alle Daten auf und laden diese in die Cloud hoch, sobald das wieder möglich ist. Bist du unsicher, welche Bestandteile dein persönliches System zur Nachverfolgung und zur Zustandsbeobachtung deiner Sendungen haben sollte, kannst du dich gern an uns wenden: Wir lassen uns genau erklären, welche Art von Sendungen du wann und wie verschickst, und empfehlen dir die passenden Lösungen für eine überschaubare Summe. Erfahre außerdem in unserem Blog mehr über die logistische Reise von Frischprodukten und Impfstoffen.

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