Ladeinfrastruktur in Deutschland:Aktueller Zustand der Ladeinfrastruktur und Ausblicke in die Zukunft

Die Ladeinfrastruktur in Deutschland ist längst nicht so schnell ausgebaut worden, wie es theoretisch möglich gewesen wäre. Die jetzige Bundesregierung hat allerdings konkrete Pläne und lockt mit Fördermitteln. Wie der aktuelle Stand ist und was dich in den nächsten Jahren an Ausbau erwartet, erfährst du hier.

So steht es aktuell um die Ladeinfrastruktur in Deutschland

Laut der Bundesnetzagentur gibt es deutschlandweit 51.262 Normalladepunkte und 9.102 Schnellladepunkte (Stand 1. Mai 2022) . Zum Vergleich: Vor einem halben Jahr, zum Dezember 2021, waren es 43.325 normale Ladepunkte und 7.576 Schnellladepunkte. Es geht also voran. In den vergangenen Jahren allerdings ist die Zahl der Elektroautos in Deutschland dreimal so schnell gewachsen wie die der Ladesäulen. Deshalb muss der Ausbau mit aller Kraft vorangetrieben werden – in manchen Regionen mehr als in anderen.

Die Ladeinfrastruktur in Deutschland ist nicht überall gleich gut

Es gibt Orte in Deutschland, in denen es verhältnismäßig wenige Ladepunkte für Elektroautos gibt. Dann gibt es solche, in denen sich sehr viele befinden. Doch nicht immer muss dort ausgebaut werden, wo Ladepunkte knapp sind: Auch in Ballungsräumen mit mehreren Ladestationen ist die Nachfrage nach wie vor hoch.

Da aktuell viel mehr Elektroautos verkauft als Ladepunkte gebaut werden, teilen sich im Schnitt 23 Fahrzeuge ein und denselben Ladepunkt. Geplant war eigentlich, dass es für jeweils 10 Autos einen Punkt geben soll. Zwar gibt es in Großstädten insgesamt mehr Ladepunkte als in ländlichen Regionen, hier laden Autobesitzer ihre Autos aber seltener zu Hause auf: Viele haben keinen eigenen Stellplatz und somit auch nicht die Möglichkeit, sich einen privaten Ladepunkt einzurichten.

Die Menge der Elektrofahrzeuge pro Ladepunkt hängt sowohl von der Anzahl der Ladepunkte wie auch von der Anzahl der Elektroautos ab. In Berlin, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Hessen müssen sich jeweils über 20 Autos einen einzigen Ladepunkt teilen. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hingegen sind es nur 13 bis 16 Fahrzeuge. Insgesamt gab es zum Jahresbeginn in Deutschland gut 618.000 Elektroautos und über 1,65 Millionen Plug-in-Hybride.

Info: Es gibt verschiedene Begriffe im Zusammenhang mit der Ladeinfrastruktur, die nicht alle synonym zu verwenden sind: Ladestationen können durchaus mehr als nur einen Ladepunkt haben. Es handelt sich dabei oft um Wallboxen oder Ladesäulen. Manchmal gibt es auch Ladeparks mit der Schnellladefunktion, wo du deine Batterien bei einem Ladevorgang von nur fünf Minuten mit genügend Strom für die nächsten 100 Kilometer versehen kannst.

Diese Förderungen sind für den Ausbau vorgesehen

Die deutsche Regierung fördert den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Dafür gibt es mehrere verschiedene Programme: Einerseits sollen bestehende Strukturen modernisiert und erweitert werden, andererseits gibt es kurzfristige und mittelfristige Bestrebungen für den Ausbau. Verfügst du selbst über eine Ladestation, kann Ersteres für dich sogar von Interesse sein.

Optimierung der bestehenden Ladeinfrastruktur in Deutschland

Da es sich um eine neue Technologie handelte, hat sich auf dem Gebiet der Ladestationen naturgemäß in den letzten Jahren noch viel geändert. Das bedeutet aber auch, dass viele bereits bestehende Ladestationen auf moderne Lösungen nachgerüstet werden müssen. Falls das überhaupt ohne komplettes Auswechseln möglich ist, handelt es sich um Kosten von rund 500 Euro pro normalem Ladepunkt und bis zu 6.000 Euro für Schnellladepunkte.

Da das eine Ausgabe ist, die sich erst einmal rentieren muss, haben viele Besitzer einer nicht mehr aktuellen Ladestation die Modernisierung schleifen lassen. Dies wird zu einem Problem beim weiteren Ausbau. Daher hat sich die Regierung zu einer Förderung entschlossen. Dafür gibt es aber diverse Voraussetzungen:

  • Die Station bietet ausschließlich Ökostrom an.
  • Es muss möglich sein, mit der Girokarte, der Kreditkarte, mit der NFC-Funktion oder mit dem Zahlenpad zu bezahlen.
  • Der Zugang zu den Ladestationen sollte möglich sein per App, per RFID-Chip oder über Plug-and-Charge.

Tipp: Du kannst auch eine private Ladestation, die die genannten Punkte erfüllt, öffentlich zugänglich machen und erhältst dafür eine Förderung!

Kurzprogramm für Schnellladestationen

Bis 2023 hat die Bundesregierung ein ehrgeiziges Programm geplant: Das sogenannte Deutschlandnetz soll mit 1.000 DC-Ladepunkten (also Schnellladepunkten) entstehen. Es soll dafür sorgen, dass niemand in Deutschland länger als zehn Minuten fahren muss, um den nächsten Schnellladepunkt zu erreichen. Hier können ganz verschiedene Personen Anträge auf Förderung stellen, wie etwa:

  • Privatpersonen
  • Unternehmen
  • öffentliche Einrichtungen
  • Gemeinden
  • Städte

Es lohnt sich auch nicht allein für Konzerne, die Förderung zu beantragen – auch kleine und mittelständische Unternehmen können diese Chance wahrnehmen.

Mittelfristiger Ausbau soll voranschreiten

Bis zum Ende des Jahres sollen zusätzlich zur bisherigen Ladeinfrastruktur insgesamt noch bundesweit 50.000 Ladepunkte entstehen. Von denen sind 20.000 als Schnellladepunkte geplant.

Tipp: Wenn du eine private Wallbox bauen und fördern lassen möchtest, hat dies mit der Förderung des öffentlichen Ausbaus nichts zu tun.

Diese technischen Bestimmungen müssen die Ladepunkte erfüllen

Spielst du mit dem Gedanken, eine Ladestation zu bauen und fördern zu lassen, solltest du mit den technischen Bestimmungen vertraut sein:

  • Der Ladepunkt muss zwingend über einen in Europa üblichen CSS-Anschluss verfügen.
  • Ein einzelner Punkt sollte 200 bis 300 kW Ladeleistung aufweisen.
  • Wird ein Anschluss geteilt, müssen immer noch mindestens 200 kW Ladeleistung möglich sein.

Bei der Förderung hat die Regierung gleichzeitig auch eine Streuung vorgesehen. Damit möchte sie verhindern, dass ausschließlich an den voraussichtlich einträglichen Standorten neue Ladestationen entstehen.

Preisdeckelung für die Elektromobilität

Da eine starke Zunahme der Elektromobilität in Deutschland vorangetrieben wird, ist eine Preisgrenze für den Fahrstrom geplant: Mehr als 44 Cent brutto darf die Kilowattstunde nicht kosten. So soll verhindert werden, dass sich die Preise bei den freien Anbietern und den geförderten Ladeparks stark voneinander unterscheiden.

Ladeinfrastruktur in Deutschland wird besser ausgebaut

Für die nächsten Jahre ist ein sehr starker Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland geplant. Falls du also überlegst, einen Teil deiner Fahrzeugflotte durch Elektrofahrzeuge zu ersetzen, ist das eine reelle Option. Dank neuwertiger GPS-Technologien werden die Fahrer immer wissen, wo sich die nächste Ladestation befindet. Hast du tatsächlich selbst eine Ladestation, die du anderen Menschen zugänglich machen könntest, wäre das eine Überlegung wert: Dafür kannst du nämlich eine Förderung erhalten. Die Ladeinfrastruktur in Deutschland ist momentan stark veränderlich. Sie und die Elektromobilität im Allgemeinen werden in erheblichem Maße zur Verkehrswende beitragen.

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