On Time and in Full-Lieferungen:Berechnung der Logistikkostenreduzierung

Eine termingerechte und vollständige Lieferung wird als On Time and In Full-Lieferung (OTIF-Lieferung) bezeichnet. Sie ist ein wichtiges Maß für die Effizienz der Logistik deines Unternehmens. Bestellungen, die wie gewünscht ihr Ziel erreichen, führen zu einer besseren Zufriedenheit deiner Kunden. Regelmäßig On Time and In Full zu liefern, ist allerdings an verschiedene Bedingungen geknüpft. Eine davon ist der transparente Überblick über deine Lieferkette. Wir geben dir in unserem Blogartikel einen Überblick darüber, welche Einsparungen mit On Time and In Full-Lieferungen in verschiedenen Bereichen möglich sind.

Darum sind OTIF-Lieferungen wichtig

Kosten entstehen, wenn du dein On Time and In Full-Ziel verfehlst. Ein wesentlicher Grund dafür ist die unzureichende Vorhersagbarkeit der Ankunftszeit der eingegangenen Bestellungen. Dieser Mangel sorgt dafür, dass:

  • du die angegebenen Lieferfenster der Bestellungen nicht einhalten kannst
  • du Vertragsstrafen zahlen musst
  • du die Kosten für die Wiederbeschaffung beschädigter Waren übernehmen musst
  • du zu viel Betriebskapital durch das Führen von Sicherheitsbeständen bindest

Logistikkosten machen etwa 10 Prozent der Verkaufserlöse aus. Entsprechend wirkt sich eine Senkung der Logistikkosten positiv auf das Betriebskapital aus. Es liegt also im Interesse deines Unternehmens, dass du an der Transparenz deiner Lieferkette arbeitest.

Materielle Logistikkosten

Die materiellen Kosten hängen vom Versandvolumen ab. Möglichkeiten zur Einsparung sind leicht zu finden, oft aber schwer umzusetzen. Zu den wichtigsten Kosten, bei denen du Spielraum für eine Senkung der Logistikkosten hast, gehören:

  • Transportkosten
    Das Transport- und Logistikmanagement eines Unternehmens verschlingt bis zu 50 Prozent der Logistikkosten. Es umfasst Ausgaben für Kraftstoff, Arbeitskräfte, Lagerung und Umschlag der Lieferungen sowie zusätzliche Kosten für einen beschleunigten Versand der Bestellungen, die nicht On Time und In Full geliefert werden. Sinkende Transportkosten kannst du an deine Kunden weitergeben. Sparst du etwa 10 Prozent deiner Transitzeit ein, lautet deine Formel für die gesunkenen Transportkosten: (100 % – 10 % Transitzeit) x (Kosten pro Fahrt x Anzahl der Fahrten)
  • Festhalte- und Liegekosten
    Bei fehlender Kommunikation darüber, wann Lieferungen zur Abholung bereitstehen, kommt es zu Festhalte- und Liegekosten, die sich mit besserer Transparenz vermeiden lassen. Du kannst diese Kosten in manchen Fällen zu 100 Prozent reduzieren, in anderen ist es dir zumindest möglich, mithilfe deiner durchgängig erfassten Daten zur Lieferung die Forderung nach überhöhten Gebühren anzufechten.
  • Lagerhaltungskosten
    Pufferbestände sorgen dafür, dass die Produktion auch bei verzögerten Lieferungen nicht aussetzen muss. Sie erlauben es dir, selbst in Krisenzeiten alle angenommenen Aufträge zu erfüllen, allerdings binden sie auch viel Betriebskapital. Je nach Transparenz deiner Lieferkette kannst du deine Lagerhaltungskosten stark senken. Sind Lieferungen transparent und zuverlässig genug, kannst du sogar zu einem Just in Time-System übergehen.
  • Betriebskapitalkosten
    Mit dem Betriebskapital beschaffst du Rohstoffe, bezahlst Transporteure und bewältigst unerwartete Ausgaben. Eine zuverlässige Einhaltung der Lieferfristen erlaubt es dir, die Kundenzahlungen einzuholen, ehe die Betriebsmittelkredite fällig werden. Tilgst du letzteres frühzeitig, verringerst du die Zinszahlungen zukünftiger Raten. Bei einem Verkauf von Waren mit dem Wert X würde die Formel für die Senkung der Betriebskapitalkosten wie folgt lauten: Betriebskapitalzinsreduzierung = (Wert X x (Anzahl der eingesparten Tage x % Kreditzins /365)) x Anzahl der erfolgten Lieferungen.

Einsparungen bei immateriellen Logistikkosten

Die immateriellen Logistikkosten hängen nicht zwingend vom Versandvolumen ab, und es ist schwieriger, hier das Einsparungspotenzial in Zahlen auszudrücken. Manche der Einsparungsmöglichkeiten sind sogar kontraintuitiv. Immaterielle Kosten, bei denen du Einsparungen machen kannst, sind beispielsweise:

Kosten für Service und Kundenbindung

In vielen Fällen sorgen 20 Prozent der Kunden für 80 Prozent des Umsatzes. Es ist wichtig, dass du weißt, welche Kosten für die Betreuung der einzelnen Kunden anfallen.

Erreichst du dein On Time In Full-Ziel bei einem Kunden nicht, wirst du abgestraft. Je höher der Umsatz ist, den du durch den jeweiligen Kunden erzielst, desto empfindlicher fällt die Strafe aus – er hält die Zahlung zurück, bis die komplette Lieferung heil und ganz bei ihm angekommen ist. Das kann teuer für dein Unternehmen werden, wenn du mit dem Geld für deine weitere Produktion fest gerechnet hast. Oft musst du sogar noch einen Preisnachlass gewähren, um den wichtigen Kunden zu beschwichtigen.

Schnelle Markteinführung und verlorene Opportunitätskosten

In manchen Fällen leidet die Flexibilität der Lieferkette unter Maßnahmen mit der Bedingung der Kostenreduzierung in der Logistik: Es bringt nichts, wenn du die eine oder andere Kennzahl kurz aufpolierst, sie aber nach kurzer Zeit umso schlimmer aussieht, weil du bestimmte Entwicklungen nicht vorausgesagt hast.

Es kann sein, dass ein Unternehmen auf eine große Geldzahlung wartet. Diese steht aus, weil die Lieferbestätigung noch nicht vorliegt: Es wurde das Zeitfenster für die Lieferung verpasst, weil die Container in einer Sortieranlage aufgehalten wurden. Aktuell steht zudem kein Personal für das Entladen und Umpacken zur Verfügung, was zu einer weiteren Verzögerung führt. Das Unternehmen zahlt eine große Menge Zinsen, die nicht nötig wären, und muss unter Umständen sogar einen neuen Kredit aufnehmen, um die aktuelle Nachfrage zu bedienen.

Zusätzliche Beschaffungskosten

Nutzt du keine Maßnahmen zur Sicherstellung der On Time and In Full Lieferung von weit entfernten Zulieferern, hast du keine Möglichkeit, für dich wichtige niedrige Kosten durch Off- oder Nearshoring zu nutzen.

Die Beschaffung bei Lieferanten mit sehr niedrigen Kosten im Ausland ist eine gute Möglichkeit, deine Kosten zu senken. Ein großer Nachteil in diesem Kontext ist allerdings die Vorlaufzeit, die du einrechnen musst.

Bei einer langen Supply Chain, also dem Erwerb von Waren aus entfernten Ländern, die einen multimodalen Transport nötig machen, kann es leicht zu Verzögerungen von bis zu einigen Monaten kommen. Im Zweifelsfall wenden sich Unternehmen doch an Lieferanten, die weniger weit entfernt, aber auch teurer sind. So können sie im Ernstfall auch ohne die erste Lieferung ihre Aufträge erfüllen, allerdings steigen die Kosten für Beschaffung und Lagerung dadurch an.

So kannst du die Zustellungsleistung On Time and In Full verbessern

Die Einstellung der Kunden hat sich durch die Vielzahl der Lieferungen und durch die weitestgehende Zuverlässigkeit von Onlinehändlern gewandelt: Sie verzeihen Verspätungen weniger schnell und sind unzufrieden, wenn sie warten müssen oder etwas mit der Lieferung nicht stimmt.

Der erste Schritt zu mehr Kundenzufriedenheit ist für dich, den Ankunftszeitpunkt so genau wie möglich bestimmen zu können. Das ist nicht einfach, da Faktoren wie Wetter, Verkehr und gänzlich unvorhersehbare Situationen einen Einfluss darauf haben. Inzwischen gibt es aber Logistic Metrics, die dir die Vorhersage erleichtern. Es handelt sich dabei um Systeme zur Sendungsverfolgung, die deine Lieferkette so transparent wie möglich gestalten. Sie informieren dich über:

  • den Standort deiner Lieferung
  • ihren Zustand
  • Routenänderungen
  • Verspätungen

Du kannst die Daten, die du mittels Sensoren erhältst, analysieren und in Zukunft deine Pläne so anpassen, dass die Lieferzeitpunkte so genau wie möglich passen. Der Vorteil dieser neuen Systeme ist, dass sie die gesamte Supply Chain beobachten: Du bist nicht angewiesen auf Informationen der einzelnen Dienstleister. Ein gutes System kann:

  • dir genaue Ankunftszeiten vorhersagen
  • dich warnen, wenn Verspätungen oder Störungen auftreten
  • deine Planung so vereinfachen, dass du auf einen Just in Time-Betrieb umstellen und deine Kapazitäten trotzdem immer ausschöpfen kannst
  • dir beim Einspruch gegen ungerechtfertigte Gebühren helfen, die wegen Verspätungen anfallen, auf die du keinen Einfluss hast

Das System hilft dir dabei, die Punkte in deiner Lieferkette zu identifizieren, an denen du Einsparungen und Verschlackungen vornehmen kannst. Bist du unsicher, welches System sich für dein Unternehmen eignet, kannst du uns gern ansprechen: Wir ziehen die Lieferungen in Betracht, die dein Unternehmen erhält und verschickt, und stellen für dich die individuell passende Lösung aus Sendern, Sensoren und Portal zusammen. Vereinbare noch heute einen Termin mit unseren Experten von Bornemann.

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